Schon seit Jahren ist der Equal Pay Day ein wiederkehrender Termin im Kalender – leider, muss man sagen. Denn dieses Datum symbolisiert den Tag, bis zu dem Frauen über das Ende des Vorjahres hinaus arbeiten müssen, um auf das gleiche Gehalt von Männern zu kommen. In diesem Jahr fiel dieser Tag auf den 27. Februar.
Ungleichheit hat viele Gründe
Die Ursachen dieser Benachteiligung sind vielfältig. So sind Frauen zum einen in besser bezahlten Berufen weiterhin unterrepräsentiert und machen dort auch seltener Karriere als Männer, obwohl sie statistisch gesehen oftmals besser ausgebildet sind. Zum anderen unterbrechen oder reduzieren Frauen ihre Erwerbstätigkeit deutlich häufiger. Die Gründe hierfür liegen fast immer in der Betreuung von Kindern oder der Pflege von Angehörigen. Diese Pausen wirken sich negativ auf das Einkommen und in der Folge auch auf die Rentenhöhe aus.
Durch den Equal Pay Day soll ein öffentliches Bewusstsein für die Gründe dieser Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen in Deutschland entstehen. Grundsätzliches Ziel ist es dabei, zu erreichen, dass gleichwertige Arbeit auch gleich entlohnt wird – und das unabhängig vom Geschlecht.
SoVD: Mehr Transparenz und bessere Rahmenbedingungen
Die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier fordert daher: „Wir brauchen endlich mehr Transparenz bei Gehältern, um Diskriminierung zu erkennen und abzubauen. Dazu muss aber die EU-Entgelttransparenzrichtlinie auch konsequent umgesetzt werden.“
Jutta König, SoVD-Bundesfrauensprecherin, ergänzt: „Solange Frauen den Großteil der Sorgearbeit übernehmen und dafür beruflich zurückstecken, bleibt echte Gleichstellung unerreicht. Wir brauchen Rahmenbedingungen, die es Frauen und Männern gleichermaßen ermöglichen, Erwerbs- und Sorgearbeit partnerschaftlich zu teilen. Erst wenn beides gleich viel wert ist – Zeit, Geld und Anerkennung – schließen wir die Lohnlücke nachhaltig.“
Protest an zentralem Ort
Über Fragen der Lohntransparenz diskutierte der SoVD zum Equal Pay Day 2026 am Berliner Hauptbahnhof mit Vertreter*innen von Gewerkschaften, Verbänden und aus der Politik. Vor Ort waren unter anderem Anja Weusthoff (Stellvertretende Vorsitzende des Deutscher Frauenrates), Alexander Nöhring (Leiter der Abteilung Kinder, Jugend, Frauen, Familie beim AWO Bundesverband), Ferda Ataman (Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung) und Elke Hannack (Stellvertretende Vorsitzende des DGB).
Anja Weusthoff betonte während der Veranstaltung: „Die Ungleichheit bei Löhnen ist kein Relikt der Vergangenheit, sondern nach wie vor Realität für Frauen in Deutschland. Wir brauchen jetzt entschlossene Maßnahmen, um endlich gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit durchzusetzen. Mit der EU-Entgelttransparenzrichtlinie gibt es bereits einen wichtigen Baustein zur Erreichung von Lohngleichheit auf betrieblicher Ebene. Sie nimmt Unternehmen in die Pflicht, ihre Entgeltpraxis zu prüfen, Benachteiligungen aufzudecken und diese zu beseitigen. Ihre Umsetzung in nationales Recht muss bis Mitte dieses Jahres erfolgen und darf nicht weiter verzögert werden. Denn Gleichstellung darf kein Lippenbekenntnis bleiben – tatsächliche Gleichstellung muss sich am Monatsende auch auf dem Lohnzettel zeigen!“







